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07/08/2018

Als Ferrari für Enzo gewann

Monza 1988 war ein Wunder für Maranello

Vor dreißig Jahren musste die Welt von Enzo Ferrari Abschied nehmen. Der große Mann starb und alle trauerten. Wohl kaum jemand mehr als das Scuderia-Rennteam, Enzos Leidenschaft und das Projekt, das ihn so viele Jahrzehnte lang angetrieben hatte. 

Knapp einen Monat nach Enzos Tod fand der Große Preis von Italien 1988 statt. Das Team war abgeschlagen, aber die Tifosi hatten ihren Traum nicht aufgegeben. Es war ein ungewöhnliches Jahr, in dem das McLaren Honda-Team perfekte Karten hatte. Sein Vorsprung war riesig: Bis Monza hatte es jedes einzelne Rennen dieser Saison gewonnen. 

„Nur ein Wunder kann Ferrari den Sieg bescheren“, schrieben die italienischen Medien kurz vor dem Renntag. Die Fahrer Gerhard Berger und Michele Alboreto ahnten nicht, dass sich die Prophezeiung erfüllen sollte…

Die beiden Fahrer waren beim Freien Training am Freitag als Erste auf der Strecke. Der Rest des Starterfelds ließ sie alleine losziehen, als Zeichen des Respekts. Auch im Qualifying waren sie schnell und reihten sich auf den Plätzen drei und vier ein. Die Ferraris waren stark. 

Dann kam der Renntag. Die McLarens gingen sofort in Führung, aber es war nicht die dominante Leistung, die die Fans erwartet hatten. Zuerst bekam Alain Prost Probleme, während Ayrton Senna deutlich in Führung lag. Dann kam Prost ihm seltsamerweise immer näher, sodass Senna gezwungen war, härter zu pushen. 

Da schied Prost mit Motorschaden aus. Ein weiterer Honda hatte bereits schlapp gemacht. Senna drosselte sein Tempo und versuchte nun, Benzin zu sparen. Die Ferraris verkürzten den Abstand. Die Menge war auf den Beinen und betete. Die roten Autos mussten einfach das Unmögliche für Enzo möglich machen. 

Zwei Runden vor Schluss hatten die Ferraris nur mehr wenige Sekunden Rückstand und Senna traf auf einen Nachzügler im Williams. Der Rookie verbremste sich. Senna versuchte es auf der Innenseite, aber der Fahrer im Williams kam wieder auf die Strecke – und krachte gegen Senna. Dessen Heckfederung war gebrochen. Im Nu zogen die Ferraris vorbei. 

Die Tifosi brüllten. Monza erwachte zum Leben. Der Moment war elektrisierend. 

Sie fuhren in einem unglaublichen emotionalen Finale mit kaum einer Sekunde Abstand über die Ziellinie. Berger gewann vor Alboreto, dem kämpferischen Italiener, der die schnellste Runde des Rennens geholt hatte. Doppelsieg für Ferrari. Der Traum der Tifosi war Wirklichkeit geworden, für Enzo. 

McLaren gewann alle folgenden Rennen der Saison. Jedes Rennen, außer den Großen Preis von Italien. Sah Enzo Ferrari von oben zu? War es Schicksal? Wer weiß. Fest steht, dass dieses Rennen als einer der denkwürdigsten und erstaunlichsten Momente in der Formel 1 in die Geschichte eingegangen ist. 

An diesem Tag – dem 11. September 1988 – wurde Enzo auf die unglaublichste Art und Weise Tribut gezollt, die man sich nur vorstellen kann.