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Rennen
03/10/2017

Ferraris berühmter Triumph in Japan im Jahr 2000

Kurz vor dem Großen Preis von Japan blicken wir auf einen berühmten Ferrari-Sieg in Suzuka zurück

Am Sonntag, 8. Oktober 2000 hingen unheilvolle Regenwolken tief über Suzuka. Wie so oft, war die kurvenreiche 6km-Strecke an den Ufern der Ise-Bucht auch diesmal Schauplatz eines spannenden Duells der Formel 1-Saison – Ferrari war nahe daran, über 20 Jahre ohne Sieg in der Fahrer-Meisterschaft zu beenden, McLaren stand kurz vor einem Hattrick.

 

Nach Jahren intensiver Entwicklung, Investitionen und hauchdünn verpassten Chancen sah es für die Scuderia Ferrari endlich gut aus. Die Erwartungen waren hoch, der Druck immens. Suzuka bot die Kulisse für einen weiteren epischen Showdown in der Königsklasse der F1. Maranello bot das Rennen gar die Chance auf einen Wendepunkt.

Der Start des Rennens Foto: LAT Photographic 

Michael Schumachers V10 F1-2000 rollte langsam in die Pole-Position, während der Mercedes MP4/15 von Titel-Konkurrent Mika Häkkinen in der Startaufstellung daneben Platz nahm.

 

Nach einem Motorschaden im vorangegangenen Rennen hatte Häkkinen zu Beginn des vorletzten Rennens der Saison acht Punkte Rückstand. Mit einem Sieg würde Schumacher sich und Ferrari also den begehrten Fahrer-Titel sichern können.

 

Als die Lichter erloschen, brachte ein perfekter Start von Häkkinen Schumacher sofort in die Defensive. Da es ihm nicht gelang, seine Position in die erste Kurve zu retten, musste der Deutsche tatenlos zusehen, wie der McLaren früh die Führung übernahm, die der coole Finne zu Rennbeginn komfortabel ausbauen sollte.

Schumacher nimmt eine von Suzukas High-Speed-Ecken Foto: Getty Images 

Zum Glück für McLaren gab es keinen Regen, und Häkkinen führte bis Mitte des Rennens deutlich vor dem unbestrittenen „Regenmeister“.  Für die 150.000 Zuschauer in Suzuka war der Abstand unüberwindbar, sowohl Auto als auch Fahrer tadellos und unerschütterlich. 

 

Ebenso unbeeindruckt war aber Ferraris Technischer Direktor und unvergleichlicher Stratege Ross Brawn, dessen Fähigkeit, ein Rennen aus der Box zu kontrollieren, bereits zur Legende geworden war.

 

Wie erwartet, begann sich die Lücke zu schließen, als die vorderen Fahrer in Verkehr kamen, den es zu überrunden galt. Als McLaren seinen zweiten Boxenstopp einlegte, war Schumacher perfekt platziert, um den Spieß umzudrehen. Er fuhr einen bedeutenden Vorsprung heraus, als die hinteren Fahrer die Strecke für ihre Boxenstopps räumten. 

Der Deutsche nimmt die Führung Foto: LAT Photographic 

Als Häkkinen wieder auf die Strecke kam, lag er fast eine halbe Minute hinter dem Ferrari. Da der vorhergesagte Regen jetzt mit voller Wucht niederprasselte, musste er aus nächster Nähe mitansehen, wie Schumacher ein weiteres Glanzstück im Regen ablieferte.

 

Unschlagbare Runden auf abgenutzten Reifen unter immer tückischeren Bedingungen sollten das Match an diesem Tag entscheiden. Letztlich blieb ihm so genügend Zeit für einen Boxenstopp und er kehrte als Führender auf die Strecke zurück. 

Schumacher feiert auf dem Podium mit Jean Todt Foto: Getty Images 

Schumacher überquerte schließlich in Runde 53 die Ziellinie als Sieger, gewann sein achtes Rennen der Saison und damit auch die Fahrer-Meisterschaft. Ferrari hatte die lange Durststrecke seit dem Titelgewinn durch Jody Scheckter im Jahre 1979 beendet. Für das Team begann nun eine unvergleichliche Ära der Dominanz in modernerer Zeit.

 

Mit der unerschütterlichen Power von Schumacher und dessen engen Verbündeten Brawn konnte die Scuderia Ferrari danach fünf aufeinanderfolgende Fahrer- und Konstrukteurstitel holen.



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