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03/10/2018

Anna Magnani: die First Lady unter den Ferraristi

Die erste Frau, die je einen Ferrari besessen hat, war eine Oscar-Preisträgerin

Seit den Anfängen von Ferrari waren Enzos Autos bei den internationalen Stars und Berühmtheiten äußerst gefragt. Diejenigen, die am Höhepunkt ihrer Karriere angelangt waren, dachten, sie müssten ein Auto fahren, das ihre großen Erfolge widerspiegelt. Deshalb gaben sich die Promis in Maranello schon seit den 1950ern die Klinke in die Hand – und weibliche Ferrari-Kunden waren seit den Anfängen des Unternehmens herzlich willkommen. Eine der ersten prominenten Frauen, die einen Ferrari fuhren, war die italienische Oscarpreisträgerin Anna Magnani. Im Januar 1951 nahm sie einen zweifarbigen Ferrari 195 Inter, eine Weiterentwicklung des 166 mit einem längeren Radstand und einem größeren und stärkeren, von Gioachino Colombo kreierten V12-Motor mit 2.341 cc in Empfang.

 

Magnani war ein wahrhaft globaler Filmstar, ihr Name war so gut wie allen ein Begriff. Ein berühmtes Bild von ihr mit dem Ferrari wurde am Set des Films Die goldene Karosse aus 1952 unter der Regie von Jean Renoir aufgenommen. Später gewann sie einen Oscar für ihre Darbietung im Film Die tätowierte Rose aus 1956. Ihr 195 Inter war eine Version des zweiten straßengängigen Ferraris mit Karosserie von Vignale. 

Anna Magnani mit ihrem 212 Inter Coupé Vignale während der Dreharbeiten zu Die goldene Karosse 

Durch die Vergrößerung des V12-Motors wurde er bei niedrigen Geschwindigkeiten flexibler - wichtig für Kunden, die nicht an die hohe Leistung eines Ferrari gewöhnt sind. Er war jedoch auch stärker und hatte für die damalige Zeit eine hohe Höchstgeschwindigkeit. Die italienischen Karosseriebauer Touring, Ghia und Ghia Aigle stellten auch Karosserievarianten des 195 Inter her. Anna Magnani besaß ihren Ferrari bis 1959, als er in die Hände von Sammlern gelangte. Später wurde angenommen, dass er im Werk in eine 212 Inter-Spezifikation umgewandelt wurde. 2016 gewann Magnanis ehemaliger Ferrari den FIVA Preservation Award beim argentinischen Autoclasica-Event.

 

 

Ferrari heißt weibliche Kunden schon lange willkommen. Im Laufe der Jahre sind es immer mehr geworden. In Schlüsselmärkten wie China sind rund 20 Prozent der Ferrari-Käufer weiblich. In diesem Jahr hat das Museo Enzo Ferrari in Modena die Beziehung zwischen den Frauen und Ferrari mit der Sonderausstellung "Il Rosso & il Rosa Women and Ferrari, the untold story" gefeiert. Die Ausstellung läuft noch bis Dezember 2018 und erzählt auch die Geschichte von Anna Magnani, der allerersten weiblichen Ferrarista.