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Von wegen Garagenauto

Von wegen Garagenauto

Diese vier Ferrari-Besitzer sind keine typischen Wochenendfahrer.
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Gordon Sorlini

Eine Spritztour steht wohl bei jedem Ferrari-Besitzer dann und wann auf dem Programm. Manche nutzen ihren Wagen aber deutlich öfter als andere.

Wie Sabrina Wilfred, die in Dubai lebt und einen Tailor Made GTC4Lusso besitzt, den sie „Lady L“ nennt. Wilfred ist Alltagsfahrerin im wahrsten Sinne des Wortes: „Ich fahre oft damit in die Schule und zum Einkaufen. Der Kofferraum ist sehr groß und der Kinderwagen meines Sohnes passt hinein. Meine Kinder fühlen sich im Fond wohl, da viel Platz ist. Für mich ist er ein Alltagsauto, weil er trotz monströsem V12 und seinem wundervollen Sound überhaupt nicht einschüchternd ist.“

Der Ehemann von Wilfred – selbst Ferrari-Fahrer – ist Präsident des örtlichen Owners Club, also planen sie oft Fahrten für andere Besitzer und nehmen daran teil. „Wir unternehmen jedes Jahr Fahrten“, sagt Wilfred. In diesem Sommer hatte der Club eine Tour durch Sizilien geplant.

Aber sie genießt auch Fahrten mit Freunden – die Berge der Gegend sind besonders schön zum Tourenfahren sagt Wilfred – sowie den Rausch, ans Limit zu gehen: Im Dubai Autodrome, sagt sie, hat sie 280-290km/h erreicht. „Ich liebe es, ihn zu fahren. Ich gehöre nicht zu diesen Leuten, die den Wagen in der Garage halten.“

Thijs Timmermans ist ein weiterer Ferrari-Besitzer, der seine Wagen „hart rannimmt“. Drei Exemplare aus seiner Sammlung – ein 599 GTO, ein F12tdf und ein 812 Superfast, die sich kürzlich zur Gruppe gesellt haben – haben insgesamt 250.000 Kilometer zurückgelegt.

Timmermans genießt lange Fahrten: Vor kurzem fuhr er von seinem Zuhause in den Niederlanden bis nach Barcelona: eine 1.500 km lange Fahrt an einem Tag. Am nächsten Tag fuhr er zurück nach Hause und dann ging es einige Tage später zur Mille Miglia, wo er am Ferrari Tribute teilnahm. „Ich habe in neun Tagen 8.000 km heruntergespult.“

Er hat noch längere Strecken in kürzerer Zeit bewältigt: „Vor zwei Jahren bin ich in 24 Stunden von meinem Haus nach Maranello und zurück gefahren“, das sind mehr als 2.000 Kilometer.

Er ist ebenfalls ein Ferrari-Alltagsfahrer, der mit dem Auto zum Supermarkt fährt und seine Töchter auf Besorgungsfahrten und in den Urlaub mitnimmt. „Letztes Jahr haben wir den Tdf genommen, um einen Weihnachtsbaum zu kaufen, der in den Kofferraum passte.“ Aber er weiß auch die Leistung der Autos zu schätzen und fährt damit gerne auf der Rennstrecke (z.B. am Nürburgring, in Fiorano und in Monza).

Performance und Geschwindigkeit schätzt auch Federico Rocco La Rocca, ein Börsenhändler mit Wohnsitz im Schweizer Lugano, der derzeit einen 488 GTB fährt.

Mit einem F12 Berlinetta, den er bis vor ein paar Jahren besaß, ist La Rocca „knapp 100.000 Kilometer“ gefahren, die meisten, die er (bis jetzt) ​​mit einem Ferrari zurückgelegt hat. Mit seinem 488 holt er allerdings schnell auf: Er hat in etwa drei Monaten rund 7.000 km heruntergespult. Farbe? „Immer Rot“, sagt der in Turin geborene Ferrarista.

Mit durchschnittlich 40.000 km pro Jahr nutzt La Rocca seine Wagen ziemlich oft. „Ich fahre meinen Ferrari jeden Tag, für Arbeit und Freizeit. Das Fahren macht natürlich immer sehr viel Spaß.“ Mit seinem 488 fährt er regelmäßig in die Büros seiner Firma in der Schweiz, in Frankreich, Deutschland und Italien - und gelegentlich auch zu Spielen von Juventus.

Was La Rocca mit am meisten gefällt, wenn er einen Ferrari fährt, ist der Adrenalinschub: „Ich surfe. In diesem Auto fühlt man sich wie auf einer großen Welle, das ist Freiheit pur.“

Mit nur 24 Jahren ist Liu Yuanshuo wahrscheinlich einer der jüngsten Ferrari-Besitzer in China, mit einer Sammlung, die einen 458 Italia, einen 488 Spider und einen GTC4Lusso T beinhaltet. „Ich fahre fast jeden Tag und wähle verschiedene Modelle für verschiedene Anlässe“, erklärt der Unternehmer: „Momentan nutze ich den 488 Spider am häufigsten, da das Wetter sehr angenehm ist.“

Jeder Anlass ist der richtige Anlass für eine Fahrt. Liu fährt seinen Ferrari zum Supermarkt – „solange ich keine sperrigen Dinge kaufe“ – zum Galadinner und sogar zum Teehaus, nur einen Kilometer von seinem Zuhause entfernt.

Als Vizepräsident des Ferrari Owners Club China Nord erinnert sich Liu noch immer an den Moment, als er sich in Ferrari verliebte: Es war während der Shenyang Händler-Rallye 2014. „Ich habe fünf Tage lang ein 458 Spider-Demofahrzeug vom Händler gefahren und das hat mich so sehr beeindruckt – besonders die Leistung des V8 –, dass ich meinen ersten Ferrari, einen 488 GTB, beim Händler gekauft habe.“

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