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Der Dino 246 Tasmania gewinnt den Tasman Cup

Der Dino 246 Tasmania gewinnt den Tasman Cup

Chris Amon holt sich den Tasman Cup, die geschichtsträchtige Meisterschaft, die in Australien und Neuseeland ausgetragen wird

Chris Amon geht als Rennfahrer in die Geschichte ein, der nie ein zur Weltmeisterschaft zählendes Formel-1-Rennen gewonnen hat, obwohl er einige Male nur knapp den Sieg verpasste und mehrere Saisonen einen Ferrari fuhr. Mit dem Unternehmen aus Maranello ist Amon jedoch im Endurance-Bereich bei der spektakulären Ausgabe der 24 Stunden von Daytona von 1967 mit Parade-Finish zusammen mit seinem Teamkollegen Lorenzo Bandini siegreich. Gemeinsam mit Bandini kann er seinen Erfolg beim 1000-km-Rennen von Monza wiederholen. Ebenfalls für die Scuderia Ferrari, allerdings im Einsitzer, gewinnt der Neuseeländer 1969 den Tasman Cup, nachdem er im Vorjahr hinter Jim Clark Zweiter geworden war.

Chris Amon im Dino 246 Tasman im Pukhoke Park, im Jahr 1969
Chris Amon im Dino 246 Tasman im Pukhoke Park, im Jahr 1969

Der Tasman Cup wird im Zeitraum von Januar bis Februar mit Formel-1-Rennwagen der vergangenen Saisonen oder mit weiterentwickelten Formel-2-Einsitzern, deren Motoren auf 2,5 Liter Hubraum erweitert wurden, ausgetragen. Für die Teams ist dieser Cup eine wichtiger Schauplatz, weil er die Möglichkeit bietet, Fahrzeuge, Motoren und Ersatzteile an private Rennfahrer zu verkaufen. Der Cup findet in Neuseeland und Australien statt und ist nach der Tasmansee benannt, die die beiden Länder voneinander trennt. Die Rennen verteilen sich im Verhältnis vier zu drei auf die beiden Austragungsländer und finden auf permanenten Rennstrecken und öffentlichen Straßen statt.

Amon hat 1968 zwei Rennen gewonnen und den finalen Sieg nur knapp verpasst – er gilt 1969 als Favorit. Er fährt einen Ferrari Dino 246 Tasmania, Kennkürzel 246T/69, mit einem V6-Motor mit vier Ventilen pro Zylinder und 290 PS. Das Auto ist eine Weiterentwicklung des 166 Dino F2 mit auf 2.404 Kubikzentimeter erweitertem Hubraum.

Chris Amon wurde zum Gewinner des Grand Prix von Neuseeland gekürt, 1969
Chris Amon wurde zum Gewinner des Grand Prix von Neuseeland gekürt, 1969

Amon erreicht die Pole Position und kann sich gleich im ersten Rennen in Pukekohe (in der Nähe von Auckland) durchsetzen, dem prestigeträchtigsten Rennen des Cups, das sich des Titels „Großer Preis von Tasmanien“ rühmen darf. Er gewinnt vor Jochen Rindt, seinem schärfsten Konkurrenten, der zusammen mit Graham Hill offiziell für Lotus antritt, sowie vor Piers Courage (für Brabham im Team Williams) und Derek Bell, der den zweiten Ferrari-Einsitzer fährt. Beim folgenden Rennen in Levin kann Amon erneut einen Erfolg verbuchen, während in Wigram Rindt dominiert, wo der Rennfahrer der Scuderia Ferrari als Dritter ins Ziel geht; Bell erreicht den 5. Platz.

Beim vierten Rennen in Teretonga ergibt sich für beide Ferrari-Piloten dieselbe Platzierung. Diesmal gewinnt Courage, aber auch Hill, gestärkt durch zwei zweite Plätze in Folge, drängt nach vorn. Beim Großen Preis von Australien an der Rennstrecke Lakeside an der Goldküste holt sich Amon die schnellste Rennrunde und den Sieg und kann so die Rangfolge zurechtrücken. Das folgende Rennen in Warwick bei Sydney gewinnt Rindt, aber der krönende Abschluss im Sandown Park von Melbourne kürt Amon zum Sieger des Tasman Cups, während Derek Bell mit zwei zweiten Rängen auf dem vierten Platz landet.

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