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Drei Jahre auf zwei Rädern

Drei Jahre auf zwei Rädern

Die Motorrad-Rennen, an denen die Scuderia Ferrari von 1932 bis 1934 teilgenommen hat

Alle wissen, dass die Scuderia Ferrari, bevor sie die in Maranello hergestellten Autos ins Rennen gebracht hat, in ihren ersten Gründungsjahren Fahrzeuge der Marke Alfa Romeo einsetzte. Nicht jeder weiß hingegen, dass das Team aus Modena drei Jahre lang auch Motorräder einsetzte, die zahlreiche Rennen in ganz Italien gewannen.

Die gleiche Philosophie. Das Prinzip war das gleiche, das die Scuderia Ferrari der vier Räder antrieb: man wollte sportlichen Kunden, die sich in den Wettrennen messen wollten, Helfer, Mittel und technische Unterstützung zur Verfügung stellen. Außerdem glaubte Enzo Ferrari stark an den Motorradsport als Schulung für die Fahrer, die eventuell die Gentleman-Driver in den Langstreckenrennen hätten begleiten sollen. Schließlich kamen sowohl Tazio Nuvolari als auch Achille Varzi, zwei Asse am Lenkrad der Scuderia Ferrari, vom Motorradsport.

Das Team des Scuderia Ferrari Motociclismo - hier auf der Coppa del Mare in Livorno (Italien) - hat Rudge 500cc-Motorräder verwendet
Das Team des Scuderia Ferrari Motociclismo - hier auf der Coppa del Mare in Livorno (Italien) - hat Rudge 500cc-Motorräder verwendet

Englische Motorräder. Obwohl sogar in der Satzung festgelegt war, dass die Autos des Teams Alfa Romeo sein mussten, so waren die von der Scuderia mit Sitz in Modena eingesetzten Motorräder fast immer englischer Herkunft. Nicht dass es keine wettbewerbsfähigen italienischen Motorräder gegeben hätte: die Bianchi und die Moto Guzzi waren das natürlich, aber sie wurden nicht an private Einrichtungen verkauft. So blieb Enzo Ferrari also keine andere Wahl, als auf Rudge und Norton zu setzen. Rudge hatte Ferrari im Automobilsektor kennengelernt, denn die Rudge-Whitworth hatte eine Felge entwickelt, die deutlich schneller auf die Naben montiert werden konnte als die Konkurrenz. Ein Patent durch das sie eindeutig bevorzugt wurde. Nur bei den kleineren Hubräumen stellte die Scuderia manchmal italienische Motorräder auf: in Bologna hergestellte Benelli oder MM.

Das Motorrad-Team der Targa Florio, diesmal auf Rudge-Whitworth-Motorrad
Das Motorrad-Team der Targa Florio, diesmal auf Rudge-Whitworth-Motorrad

Die Rennen. Die Motorräder der Scuderia Ferrari debütierten mit einem Sieg. Man schrieb den 28. März 1932 als Guglielmo Sandri, auf einer Rudge 350 cm³, den Gran Premio Primavera in Modena gewann. In nur drei Jahren wurden 44 Siege und drei nationale Titel erzielt, dank der mailändischen Fahrer Giordano Aldrighetti 1932 (Klasse 250 cm³) und 1933 (Klasse 500 cm³) und Aldo Pigorini 1934 (Klasse 350 cm³). Im Laufe dieser Saison hatten die Rudge in den anderen Klassen jedoch an Wettbewerbsfähigkeit verloren, so dass die Scuderia Ferrari beschloss, die Motorradrennen aufzugeben. Die letzten Auftritte waren im August beim Trofeo Acerbo, wo Pigorini sich in seiner Klasse durchsetzte, und bei der Coppa Adriatico in Rimini. 

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