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Das Debüt und der erste Sieg

Das Debüt und der erste Sieg

Die Mille Miglia im Jahre 1930 und der Triumph beim Trieste-Opicina

Seit der Ausarbeitung des Statuts der Scuderia hat Enzo Ferrari klare Vorstellungen: Seine Schöpfung wird an einem höchst prestigeträchtigen Rennen, der Mille Miglia, teilnehmen. Bei der Ausgabe des Jahres 1930, die am 13. April bestritten wird, gehen drei Alfa Romeo 6C 1750 GS an den Start; die Nummer 62 mit Mario Tadini und Eugenio Siena; die 85 mit Luigi Scarfiotti, Vater des späteren Gewinners des GP von Italien, Ludovico, und Guglielmo Carraroli; die 90 mit Alfredo Caniato und Carlo Sozzi. Das Rennen läuft nicht so, wie erhofft, da keiner der Wagen das Ziel erreicht.

 

Die Revanche folgt auf dem Fuße. Die Scuderia Ferrari bläst zum Gegenangriff. So findet am 15. Juni das Trieste-Opicina, ein 7,4 Kilometer langes Bergrennen von der Piazza Dalmazia in der Hauptstadt der Region Friaul-Julisch-Venetien bis zum Obelisk des kleinen Orts im Karst statt. Die Geschwindigkeiten sind derart hoch, dass das Rennen die Bezeichnung „La Monza in Salita“ (in etwa: „Monza mit Steigungen“) erhalten hat, und die Scuderia kann auf eine Legende wie Tazio Nuvolari zählen, der soeben einen Kronenorden erhalten hat und bereit ist, an Bord seines Alfa Romeo P2 für Emotionen und spektakuläre Szenen zu sorgen. Zeugen zufolge soll das Ass aus Mantua mit voller Geschwindigkeit in die schwierige Kurve der Faccanoni-Höhle gefahren sein. Anstatt zu bremsen, nutzte er die geringe Haftung des losen Untergrunds für ein tadelloses kontrolliertes Schleudermanöver, ohne auch nur einen Moment den Fuß vom Gas zu nehmen.

 

Rekordzeit. Mit dem Mechaniker Francesco Severi an seiner Seite schenkt Nuvolari der Scuderia Ferrari den ersten Sieg und stellt den neuen Durchschnittsgeschwindigkeit-Rekord von 95,151 km/h auf. Das war nur der erste einer sehr langen Liste von Siegen, die bis heute andauert.

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