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Die zweite Seele von Ferrari

Die zweite Seele von Ferrari

Die Farbe Gelb gehört wie Rot zur DNA der Marke.

"Gebt einem Kind ein Stück Papier und Farben und lasst es ein Auto malen - es greift garantiert zum roten Stift”. Dieser Satz von Enzo Ferrari ging in die Geschichte ein und beschreibt perfekt die Verbindung der Automobilmarke aus Maranello zur Farbe Rot (Rosso Corsa). Dieses Rot charakterisiert seit jeher die Fahrzeuge der Scuderia auf der Piste und die meisten, die auf den Straßen rund um den Globus unterwegs sind. Doch es gibt eine weitere Farbe, die untrennbar zur DNA des springenden Pferds gehört: Gelb.

 

Gelb ist so etwas wie die zweite Seele in der Siegerbrust von Ferrari: Es ist die Farbe der Stadt Modena, die zusammen mit dem schwarzen Pferd, einem Erbe der Familie des heldenhaften Kriegsfliegers Francesco Baracca, Teil der Marke Ferrari ist, die zu den weltweit bekanntesten überhaupt gehört. Gelb ist auch eine der von dem Kunden des Hauses meist gewählten Farben, die überragende Modelle wie den 488 GTB, den F12 TdF und in jüngerer Zeit den Ferrari 488 Pista bekleidet hat.

Mit dieser Farbe und ihren verschiedenen Nuancen verbinden sich viele Ereignisse und Begebenheiten der Unternehmensgeschichte. So war es Fiamma Breschi, die Witwe des Rennfahrers Luigi Musso und Freundin des Gründers, die, wie die Legende berichtet, als Erste vorschlug, einen gelben Ferrari auf einer Auto-Ausstellung zu zeigen. Damit gab sie die Inspiration zur Entwicklung des Gelbtons Giallo Fly, der erstmals auf einem 275 GTB Anwendung fand.

 

Die Ferraris in Gelb waren auch Protagonisten des Motorsports, wo sie 1951 ihr Debüt gaben. Dies war der Verdienst von Salvatore Ammendola und seiner 195 Inter Berlinetta, mit der er erstmals am 15. April beim Intereuropa-Cup startete. Der italienische Pilot wurde Zweiter und belegte danach gemeinsam mit Guglielmo Pinzero Platz 15 bei der Mille Miglia. Im darauf folgenden Jahr erreichte der gelbe 225 S den zweiten Platz beim Großen Preis von Portugal für Sportwagen. Am Steuer saß der Portugiese Casimiro De Oliveira, ein Bruder des Cineasten Manoel, für den er nach Beendigung seiner Karriere als Assistent und Vermögensverwalter arbeitete.

Lokalmatador Olivier Gendebien wurde Vierter Im belgischen GP von 1961 wurde er mit seinem gelben 156-F1-Einsitzer befördert
Lokalmatador Olivier Gendebien wurde Vierter Im belgischen GP von 1961 wurde er mit seinem gelben 156-F1-Einsitzer befördert

Während das Unternehmen aus Maranello langsam an Beliebtheit und Prestige bei den Rennen hinzu gewann, nahm auch die Zahl der Fahrzeuge des Cavallino Rampante auf den Pisten zu. Einen regelrechten Höhenflug erlebten die gelben Ferraris zu Beginn der Sechzigerjahre, als das belgische Team (vor allem Ecurie Nationale Belge und Ecurie Francorchamps), die Gelb als Wettbewerbsfarbe im internationalen Code hatten, begannen, verschiedene Fahrzeuge zu kaufen.

 

Es gab auch einen gelben Ferrari in der Formel 1, der von der Scuderia auf Bestellung des belgischen Importeurs Jacques Swaters für Olivier Gendebien ausgeliefert wurde. Der Brüsseler Rennfahrer hatte eben erst für Ferrari das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewonnen und der 156er im großen Preis von Belgien 1961 war dafür eine Art Belohnung. 

Der Ferrari 488 GT3 holte seinen 200. Sieg bei den 4 Stunden von Buriram mit dem japanischen Team Car Guy <em>Photo: MPS Agency</em>
Der Ferrari 488 GT3 holte seinen 200. Sieg bei den 4 Stunden von Buriram mit dem japanischen Team Car Guy Photo: MPS Agency

In diesem von der Scuderia dominierten Rennen schaffte es Gendebien hinter den Teamkollegen Phil Hill, Wolfgang Von Trips und Richie Ginther auf Platz vier. Von 1951 bis heute haben über fünfzig Teams die Farbe Gelb für ihr Rennfahrzeug gewählt. Erst vor wenigen Tagen wurde diese Farbe erneut von einem Ferrari zum Sieg geführt.

 

Am 12. Januar dieses Jahres gewann das japanische Team Car Guy das 4-Stunden-Rennen von Buriram für die Asian Le Mans Series, mit dem aktuellen WEC-Weltmeister James Calado und den Japanern Kei Cozzolino und Takeshi Kimura. Für den 488 GT3 war dies ein besonderer Moment: Der 200. Sieg in weniger als drei Jahren Wettkampf.

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