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250 Testa Rossa: Ferraris Champion mit dem roten Kopf

250 Testa Rossa: Ferraris Champion mit dem roten Kopf

Der Rotkopf von Ferrari holte sich vor 60 Jahren seinen ersten Sieg - und war fortan nicht mehr zu stoppen...
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Richard Aucock

Testa Rossa ist ein legendärer Name in der Geschichte von Ferrari. Jahrzehntelang wurde der Name von denkwürdigen Modellen getragen. Der bekannteste ist wohl der legendäre Ferrari Testarossa aus den 1980ern, den Millionen Fans als Poster an der Wand hängen hatten. Die Ursprünge des Namens reichen auf das Jahr 1957 und eine erzwungene Regeländerung bei den Sportwagenrennen zurück.

 

Der Ferrari 250 Testa Rossa entstand aufgrund einer bevorstehenden Änderung des Reglements für die Sportwagen-Weltmeisterschaft. Für 1958 mussten die Wagen mit 3-Liter-Motoren ausgestattet sein. Enzo Ferrari kam dieser Änderung in weiser Voraussicht zuvor und ordnete die Entwicklung eines 3-Liter-V12-Sportwagens an. Dieser feierte beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring 1957 sein Renndebüt, wo er unter die Top 10 kam.

Der 250 Ferrari Testa Rossa ist heutzutage eine Ikone in den Ferrari Annals

Der 250 Testa Rossa war eine Weiterentwicklung des erfolgreichen 1956 500 TR. Hier verwies der Name 500 traditionsgemäß auf den Hubraum – der Motor war ein 2-Liter-Vierzylinder. Entwickelt vom berühmten Ferrari-Techniker Aurelio Lampredi, war er der erste Ferrari Vierzylinder und ursprünglich für den Einsatz in Formel 2-Wagen, später dann im Ferrari 500 Mondial Sportwagen gedacht.

 

Um auf die kraftvollere Weiterentwicklung seines Vorgängers 500 Mondial hinzuweisen, wurde der Zylinderkopf (ital.: testa) später rot (rossa) lackiert: 500 Mondial wurde zu 500 TR. Diese Tradition wurde auf den 250 Testa Rossa übertragen. Die Ventildeckel des V12-Motors trugen eine leuchtend rote Farbe, und ein legendäres Team von Fahrern wurde rekrutiert, um den Namen in die Geschichte von Ferrari eingehen zu lassen.

 

Der erste Erfolg stellte sich 1958, in der ersten kompletten Rennsaison des Wagens ein. Phil Hill und Peter Collins triumphierten bei den 1000 km von Buenos Aires, sowie kurz darauf bei den 12 Stunden von Sebring. Auf Platz zwei landete hier ebenfalls ein 250 Testa Rossa. Das war nur der Beginn der Erfolgsserie des Autos: Im gleichen Jahr gewann der Testa Rossa die Targa Florio und holte später seinen ersten Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans.

 

Der 250 Testa Rossa beschloss das Jahr mit genügend Erfolgen, um Ferrari den Konstrukteurstitel der Sportwagen-WM 1958 zu sichern. 1959 war ein härteres Jahr, aber er gewann immerhin in Sebring, und 1960 stellten sich wieder ein paar Siege ein, so z.B. bei den 24 Stunden von Le Mans. Erneut verschaffte das Auto Ferrari den Konstrukteurstitel, wie übrigens auch 1961. Sogar 1962, fünf Jahre nach seiner Einführung, war der Testa Rossa noch auf Erfolgskurs und holte weitere Siege in Sebring und Le Mans.

 

Der 250 Testa Rossa ist heute eine Ikone in den Annalen von Ferrari. Er ist einer der erfolgreichsten Rennwagen aller Zeiten aus Maranello und ein klassisches Beispiel dafür, wie Enzo Ferraris Vision der Scuderia half, so viel zu erreichen. Die meisten der allseits bekannten Fahrer der Zeit – Größen wie Dan Gurney, Mike Hawthorne und Wolfgang von Trips – fuhren ihn, und heute wechseln Originalexemplare um viele, viele Millionen den Besitzer.

 

So wurde das Auto, das Hill und Collins 1957 zu den ersten Siegen fuhren, 2014 angeblich um fast 40 Millionen Dollar verkauft. Nach seiner Rennkarriere stand die Fahrgestellnummer 0704 dreißig Jahre lang im Henry Ford Museum, das es in einem bemerkenswerten Originalzustand erhielt. Es war eine schlagzeilenträchtige Bewertung für den berühmten Rotkopf von Ferrari - und ein Grund mehr, warum der 250 Testa Rossa so legendär ist.

 

 

 

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