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09/10/2017

Paul Smith spricht über Mode, Pink Floyd und Ferrari

Paul Smith spricht über Mode, Pink Floyd und Ferrari

The Official Ferrari Magazine: Sie haben in den 1960er Jahren als Designer begonnen. Warum war dieses Jahrzehnt so kreativ, insbesondere in Großbritannien? 

Sir Paul Smith: Wir waren die erste Generation nach dem Schrecken des Krieges, also konnten wir zum ersten Mal sagen: „Ich werde die Wand rosa malen ... Ich werde meine Haare lang wachsen lassen...“ Was auch immer es war, man sah sich um und es war niemand da, der sagte, dass man etwas nicht durfte. Es war gelebte Selbstentfaltung durch Kreativität, das war das Tolle an dieser Zeit.

Es war einfach so viel los. [nickt zu Nick] Es gab euch Jungs, all diese phantastischen Bands überall, und dann ging es in meiner Welt plötzlich darum, Stoffe zu wählen, die früher nur für Frauen gedacht waren – Blumenmuster mit Rüschen, die seit den Tagen von Oscar Wilde vermutlich kein Mann mehr getragen hatte.

 

Sir Paul im Gespräch mit Nick Mason Foto: Joe McGorty 

TOFM: Ich habe irgendwo gelesen, dass Sie einst ein Radprofi werden wollten.

PS: Das war mein großer Traum, aber nach einem schweren Unfall landete ich für drei Monate im Krankenhaus.  Ich habe mich mit ein paar Jungs in der gleichen Abteilung angefreundet.  Ein paar von ihnen wurden um die gleiche Zeit wie ich entlassen, und einer von ihnen meinte: „Wir sollten in Kontakt bleiben, wir haben uns alle so gut verstanden.“ Und sie entschieden sich für ein Pub in Nottingham, das Bell Inn. 

Zufällig war das ein Lieblingslokal der Kunststudenten. So hatte ich auf einmal Zugang zur Welt der Kreativität.  Ich erinnere mich an Gespräche mit einigen der Studenten. Sie sprachen über Dinge wie den Bauhaus-Stil und ich dachte, es wäre eine Wohnsiedlung in der Nähe von Nottingham oder so!

Jedenfalls hatte ich Glück, und eine der Studentinnen, die ich im Pub getroffen habe, wurde meine Freundin und später meine Frau [Pauline]. Sie studierte Mode und ich begann mich dafür zu interessieren. Daher besuchte ich die Abendschule.  Mein Lehrer war ein Militär-Schneidermeister, der z.B. zeremonielle Uniformen für Trooping the Colour und dergleichen machte.  Es ging hauptsächlich darum, wie ein Schnitt die Leute wichtiger aussehen lässt, wie er dafür sorgt, dass man aufrechter geht und die Beine schlank aussehen - nur durch die Art, wie zugeschnitten wird. Das war wirklich hilfreich.  Wenn man so eine traditionelle Ausbildung hat, kann man besser damit spielen. 

 

TOFM: Haben Sie etwa zu dieser Zeit Pink Floyd live gesehen?

PS: Ja, ich bin damals gerne zu einer Location namens Boat Club in Nottingham gegangen und habe alle diese Bands gesehen. Damals konnte man Pink Floyd in diesem winzigen Lokal vor einem Publikum aus nur 150 Leuten spielen sehen. [zu Nick] Kannst du dich erinnern, dass ihr im Boat Club aufgetreten seid?

Nick Mason: Ich erinnere mich, dass wir an der Nottingham University gespielt haben...

PS: Ich habe dich auf jeden Fall dort gesehen.  Genauso wie Captain Beefheart und Frank Zappa. Als ich euch Jungs damals sah, kamt ihr spätabends an, und es ging direkt auf die Bühne. Ich glaube, ihr habt alle Mäntel getragen.

 

TOFM: Man hat einige Musiker sehr gut kennengelernt.

PS: Jimmy Page habe ich kennengelernt, da war ich gerade mal 18. Ich habe ihm ein paar Hosen gemacht.  Ich werde nie vergessen, dass er zwar eine 24 Zoll-Taille hatte, aber am Hosensaum waren es 28 Zoll.  Die Hose war wie auf den Kopf gestellt... 

Ich hatte immer ein paar T-Shirts, die ich bedruckte. Ich erinnere mich noch genau, wie ich mich nach einem Gig der Yardbirds mit der Band unterhalten habe. Dann habe ich diese T-Shirts aus meiner Tasche gezogen und versucht, sie zu verkaufen. So habe ich Eric Clapton, Jimmy und Pete Townshend kennengelernt.

Ein 1956 Ferrari 290 MM Foto: RM Sotheby's 

TOFM: Italien hat sie schon immer inspiriert.

PS: Ich habe seit über 30 Jahren in der Toskana ein Haus.  In Italien gibt es eine echte Leidenschaft, die mir gefällt, eine Denkweise.  Und die Ferarri Designs liebe ich schon immer. Immer, wenn ich in London bin, schwimme ich am Morgen im Pool des Royal Automobile Club, bei dem ich schon lange Mitglied bin. 

Um 5 Uhr morgens, wenn ich gerade zum Schwimmen komme, bringen sie oft diese sehr teuren, sehr seltenen und sehr edlen Autos zur Ausstellung in den Club. 

Vor kurzem habe ich gesehen, wie sie einen wunderschönen 1956 Ferrari Scaglietti Spider durch die Tore gefahren haben. Er ist ein technisches Meisterwerk. Er sieht so zeitlos aus.



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